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LG 28 Natursteinarbeiten

 

Version 11, 2002-09

Ständige Vertragsbestimmungen:

 

Instandsetzungsarbeiten:
Erfolgen Instandsetzungsarbeiten bei Aufrechterhaltung des Betriebes oder im bewohnten Zustand, werden erforderliche Sicherungsmaßnahmen gesondert verrechnet.

Innen, außen: In der Folge werden mit innen nicht bewitterte, mit außen bewitterte Bauteile bezeichnet.

Frostbeständigkeit: Für Belagsarbeiten außen wird nur frostbeständiges Material verwendet. Die Frostbeständigkeit des Materials wird vom Auftragnehmer gewährleistet.

Skizze: In der Folge wird Skizze als einfachste Darstellungsmöglichkeit stellvertretend für Zeichnung, Plan und dergleichen verwendet.

 

Kommentar:
Angaben über den Naturstein: Die Anwendung der Ausschreiberlücke Gesteinsmaterial, kombiniert mit einer zusätzlichen Vertrags- bestimmung oder ohne eine solche, gibt folgende Möglichkeiten (a, b oder c), deren rechtliche Zulässigkeit der Ausschreiber jeweils für sich zu entscheiden hat (z. B. privater oder öffentlicher Ausschreiber, Anwendbarkeit eines Vergabegesetzes, Umstände des Einzelfalles).

a) Technische Angaben: In der Ausschreiberlücke "Gesteinsmaterial: _ _" sind die Gesteinsart gemäß ÖNORM sowie eine nähere Sortenbezeichnung und Angaben über Farbe, Gefüge, Korngröße und dergleichen, je nach Erfordernis auch die Herkunft des Gesteinsmaterials einzutragen. Mit der zusätzlichen Vertrags- bestimmung "Erzeugnis Wahl AN" der jeweiligen Unterleistungsgruppe (ULG) werden die Bieter veranlasst, einen den technischen Vorgaben entsprechenden Naturstein durch Einsetzen einer genauen Gesteinsbezeichnung in die Bieterlücke anzubieten.

b) Beispielhafte Angabe: Setzt der Ausschreiber eine genaue Gesteinsbezeichnung in die Ausschreiberlücke der zusätzlichen Vertragsbestimmung "Erzeugnis Beispiel AG" der jeweiligen ULG ein, so werden die Bieter veranlasst, entweder den beispielhaft angeführten Naturstein (dieser gilt gemäß ÖNORM A 2050 auch als angeboten wenn ein Bieter kein anderes Produkt in die Bieterlücke einsetzt) oder einen gleichwertigen Naturstein anzubieten. In der Ausschreiberlücke Gesteinsmaterial genügt dann ein Hinweis auf die zusätzliche Vertragsbestimmung (z. B.: Siehe Erzeugnis Beispiel AG) oder die bloße Angabe der Gesteinsart gemäß ÖNORM.

c) Ausschließliche Angabe: Der Ausschreiber setzt in die Ausschreiberlücke Gesteinsmaterial eine genaue Gesteinsbezeichnung einschließlich Herkunftsort und etwaige Handelsbezeichnungen ein. In diesem Fall übernimmt der Ausschreiber die in obigen lit. a und b erwähnten zusätzlichen Vertragsbestimmungen nicht in das Leistungsverzeichnis. Ein Bieter kann im ausschreibungsgemäßen Angebot dann nur das vorgegeben Erzeugnis anbieten - allenfalls nur in einem Alternativangebot etwas anderes.

 

Gerüstungen:
Für Wandverkleidungen sind Gerüstungen mit einer Tragfähigkeit von 3500 N/m2 und einer Breite von 1,0m erforderlich.

Bestimmung der Steinqualität:
Die Steinqualität wird bestimmt durch die Gesteinsart, Gesteinssorte, Musterplatten, Prüfbericht einer akkreditierten Prüf- oder Überwachungsstelle über die Eignung in Bezug auf die Verwendung (Boden, innen, außen, Wandverkleidung usw.). Durch die geforderten Werte für die Abriebfestigkeit - Verschleiß- prüfung des gesamten Steines (ÖNORM B 3126/Teil 2), Biegezugfestigkeit (ÖNORM B 3124/Teil 5), Verwitterungs- und Frostbeständigkeit (ÖNORM B 3123, bei bewitterten Bauteilen) und der Ausbruch- festigkeit am Ankerdornloch bei Wandverkleidungen.

 

Materialdicke:
Bei Wandverkleidungen ist die Dicke abhängig von der Ausbruchfestigkeit am Ankerdornloch und von der Biegezugfestigkeit. Bei geringer Materialfestigkeit muss bis zu einer doppelten Dicke gegenüber festerem Gestein gerechnet werden.

 

Plattengrößen:
Bei Bodenplatten sollte in Bezug auf die Biegezugfestigkeit ein Verhältnis von Breite zu Länge von 1 : 2,5 nicht überschritten werden. Plattenfarbe: Weiße Materialien sind im Bodenbelag wegen ihrer Empfindlichkeit gegen eindringende Verunreinigung von oben oder auch vom Mörtelbett her sowie wegen der möglichen Verfärbungen nur begrenzt zu empfehlen. Die Kenntnis der Gesteinsart und die Erfahrung allein sind ausschlaggebend für die Materialwahl.

 

Oberflächenbearbeitung:
Bei weichem oder mittelhartem Gestein (z.B. Kalkstein, Marmor) sollte man bei Bodenbelägen nicht über die fein geschliffene Bearbeitung hinausgehen. Im Freien (bewittert) sollten die Gehflächen nicht feiner als gemasert oder gesandelt sein, um die Rutschgefahr zu vermindern.

 

Sonstige Leistungen:
Sonstige in dieser Leistungsgruppe nicht enthaltene standardisierte Texte sind anderen Leistungs- gruppen zu entnehmen, wie z.B. Gerüste, Abbrucharbeiten, Estricharbeiten und Kunststeinarbeiten.